Vergangene Woche, am 14.07.2025, ist Schwester Michaela verstorben.
Sie war die Schwester, die mich morgens immer als erstes begrüßt hat, die mir immer geholfen hat und die ausnahmslos immer die ersten Laibe Brot für die Schwestern bekommen hat. Michaela war immer eine fröhliche, liebenswerte und herzensgute Person, die ich sehr mochte und die mir sehr fehlen wird.
Ich war sehr betroffen und traurig als ich von Sr. Michaelas Tod erfahren habe. Sie war mir neben Sr. Alberta, die leider auch nicht mehr lebt und Sr. Amanda die vertrauteste Schwester aus dem Kloster Wettenhausen. Meistens, wenn ich oder meine Helfer und Helferinnen in der Klosterbäckerei gewerkelt haben, war Schwester Michaela auch nebenan in der Küche tätig.
Ich will euch eine kleine Geschichte erzählen, die mir besonders gut in Erinnerung geblieben ist: Wir hatten wieder einmal Backtag und es sollte einige Bleche Apfel- und Zwetschgendatschi geben. Natürlich von den Früchten des Klostergartens! Und da wir etliche Kilo zu verarbeiten hatten, half mein älterer Bruder mir in der Backstube aus. Die Äpfel mussten geschält und geschnitten werden und wir hatten uns dafür eine handbetriebene Apfelschälmaschine zugelegt. So saß mein Bruder also in der Backstube und hat Kilo um Kilo Äpfel geschält.
Schwester Michaela kam hinzu um nachzusehen, ob alles in bester Ordnung wäre und das fertige Brot in Empfang zu nehmen und sah meinen Bruder dort sitzen und Äpfel schälen. Von der kleinen Maschine war Sie ganz begeistert, so etwas hat Sie vorher noch nicht gesehen und hat diese gleich ausprobiert. Was war das für eine Freude, wie schnell das ging und welch wunderbaren Apfelschalen das gab! Schwester Michaela hat die Schalen der Äpfel immer für Ihren Tee getrocknet, den es im Kloster gab. Als ich Michaela sah, wie Sie mit ihrer nahezu kindlichen Freude dort die Äpfel schälte, hatte ich kurzerhand den Entschluss gefasst Ihr solch eine kleine Maschine zu schenken. Gesagt, getan. Und was war das für eine Freunde! Michaela war ganz aus dem Häuschen, hat sich tausend Mal bedankt und sich gefreut und mir unzählige Gläser Marmelade als Dankeschön geschenkt 🙂 Also war es genau richtig für Sie.
Ein paar Tage später treffe ich Monika, die Leiterin der Hauswirtschaft in Wettenhausen und Sie erzählt mir fast vorwurfsvoll: Stefan! Ja was hast dir denn dabei gedacht Michaela diese Maschine zu schenken! Sie sitzt den ganzen Tag in der Küche und schält Äpfel für Ihren Apfelschalentee und ich weiß gar nicht was ich mit den ganzen Äpfeln soll!
😀 Es gab später sehr viel Apfelmus in Wettenhausen zu essen, so viel kann ich sagen.
Diese kleine Geschichte über eine kleine Freude und Ihr herzliches Lachen und Ihre Begeisterung werden mir in lange in Erinnerung bleiben.
Gott gib Ihr den ewigen Frieden und das ewige Licht leuchte Ihr. Sie werden mir sehr fehlen, Schwester Michaela.
Joh 6,51 Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit. Und das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch – für das Leben der Welt.

